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19. Dezember
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„Meint ihr, sie würde sich freuen“, schlug Minna schüchtern vor, „wenn alte Freunde sie besuchen und ihr einen Christbaum in den Garten pflanzen würden?“
Alle waren einhellig der Meinung, Marthchen würde sich freuen. Sie bastelten noch ein paar Rosetten aus Taschentüchern, schnitten das Silberpapier in dünne Streifen und hängten es über die Zweige. Erna band bunte Papierschleifen aus dem glänzenden Reklameteil der vorgestrigen Zeitung an die Äste.
Schließlich machten sie sich auf den Weg. Die Gartenkolonie war nicht all zu weit entfernt. Marthas und Ottos Garten war leicht zu finden. Die Fenster waren dunkel. Trotzdem klopften sie an die verschlossene Tür. Sie mussten es mehrmals versuchen, bis schließlich das vertraute Gesicht ihrer ehemaligen Kumpanin Martha am Türspalt erschien.
Karl-Ludwig schwenkte ein Feuerzeug vor Kasimir auf und ab, so dass Marthchen ihr mitgebrachtes Weihnachtsgeschenk begutachten konnte. Zunächst verschlug es ihr die Sprache, doch ihre eben noch traurigen Augen begannen zu strahlen, als sie den Baum und die alten Freunde erkannte.
Schließlich rannte sie lachend um die Hausecke, holte eine verbeulte Schaufel hervor und hielt sie Kalle hin: „Nun grab’ schon! Hier, genau hier soll er stehen! Das wird sein Ehrenplatz. Ich hole schnell einen Eimer Wasser, damit er auch gut ankommt!“ Begeistert lief sie von einer Stelle zur anderen. „Ja, hier ist genau sein richtiger Platz!“
Als Kasimir aufrecht eingebuddelt worden war, sorgfältig festgestampft und gegossen, so dass er sich in seinem neuen Zuhause wohlfühlen sollte, betrachteten ihn alle mit Stolz: Erna, Kalle, Kuddel, Karl-Ludwig, die stille Minna und Marthchen.
Und dann lud Marthchen ihre Freunde zu sich in das Gartenhäuschen ein. Sie zündeten eine Kerze an, hörten Weihnachtsmusik aus dem krächzenden Kofferradio und aßen Lebkuchen – die guten, die mit dem
Schokoladenüberzug.
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